Gründonnerstag, 21.04.2011

Andy Warhol-The Last Supper.

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes Joh 13, 1-15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.

Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern.

3Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte,

4stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch.

5Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.

6Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?

7Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.

8Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.

9Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.

10Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.

11Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

12Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?

13Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es.

14Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.

15Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

 

Zum Bild:

Andy Warhol, Mitbegründer und bedeutenster Vertreter der amerikanischen Popart schuf 1985/86 diese Grafik als Teil einer Serie. In diesem Wortspiel stellt er den Body-Kult, wie er seit der Antike ununterbrochen bis heute von der Welt betrieben wird dem ‚Body – Kult‘ des Jesus von Nazareth gegenüber. Jesus (‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben‘) gab seinen ‚Leib-body‘ seinen Jüngern zur Speise und nahm damit seinen Tod und seine Auferstehung vorweg. So dürfen wir jeden Sonntag (oder jeden Tag, wenn wir wollen) an seinem Tod und seiner Auferstehung teilnehmen. Das ist der erlöste, befreite Body-Kult der Kirche den uns Jesus geschenkt hat, damit seine Gemeinschaft in der Welt besteht. Untrennbar damit verbunden ist die praktische Umsetzung: der Dienst am leibhaftigen Nächsten – Jesus wäscht die Füsse – wieder ein body-Kult. Uns sagt er: Tut so, wie ich euch getan habe. Sein Vermächtnis für alle Zeiten. Wir feiern in diesen Tagen das Grösste, was auf dieser Welt jemals passiert ist. Wir danken für dieses Geschenk, das man nicht beschreiben kann. Aber in jeder Hl.Messe feiern.

Aufgrund seiner schillernden, mythischen Erscheinung in der New-Yorker Kunstszene hat man Andy Warhol zu Lebzeiten nicht unbedingt mit der Kirche in Verbindung gebracht. Erst nach seinem Tod 1987 wurde bekannt, dass er intensivere Kontakte zur katholischen Kirchengemeinde St.Vincent Ferrer an der Upper Eastside gepflegt hat.

Danke auch dir, Andy Warhol für dein grossartiges Werk.

Keine Kommentare » Verfasst am April 21st, 2011 von
Kategorien: Allgemein

Leave a Reply